Unterwegs an der Cote d’Azur

Die Winterpause ist endlich wieder vorbei und es war Zeit den Bus wiedermal in hervor zu holen.
Am Ostersonntag starteten wir um 8 Uhr morgens bei Schneegestöber richtung Bern. Kaum zu glauben, doch in St. Gallen bis kurz vor Winterthur war die Autobahn Schneebedeckt.

In Bern angekommen waren wir erstmals zum Eier suchen mit anschliessendem Brunch eingeladen. Trotz der vielen Schokolade und den netten Leuten brachen wir schliesslich wieder richtung Süden auf. Wir wählten die Strecke durch den Lötschberg und Simplon Autoverlad. Bereits im Wallis schien uns die Sonne ins Gesicht und in Italien wurde der Himmel gänzlich wolkenlos. Da wir bereits spät unterwegs waren, fanden wir für die erste Nacht einen schönen Camping am wunderschönen See Orta.

Am nächsten Tag ging unsere Reise richtung Genua weiter. Das Glück war uns hold, so hatten wir beste Reisebedingungen und Stau nur auf der Gegenfahrbahn. Schliesslich machten wir eine Kaffeepause in Monaco, begutachteten die dicken Yachten, die dicken Autos, die engen Gassen und die suizid gefährdetn Rollerfahrer. Für das Formel 1 Rennen im Mai sind auch bereits die ersten Vorbereitungen im Gang. Der schönen Küstenstrasse entlang ging es zu unserem Ziel in Cagnes sur mer, wo wir einen kleinen ruhigen Camping fanden.

Nach dem die Wetterprognosen für Dienstag so schlecht waren, wagten wir es trotzdem auf zu stehen und das Velo zu satteln. Da es erst bewölkt war ging es richtung Vence. Nach dem uns auch die Polizistin mit Respekt den Weg wies und uns aus die starken Steigungen auf unserem Weg hinwies, wagten wir es trotzdem. Nach gut 1.5h hatten wir die ununterbrochene Aufwärtsfahrt (rund 350 Höhenmeter) geschafft und flanierten in der malerischen Altstadt in Vence. Als Belohnung gönnten wir uns schliesslich feine Crepes. Die Rückfahrt ging schnell, trotzdem erwischte uns noch der Regen. Seit dem regnet es ununterbrochen.

Die ganze Nacht regnete es durch, zum Teil sehr intensiv mit starken Wind. Doch als wir am nächsten morgen aus dem Fenster blickten, strahlte uns die Sonne und ein fast wolkenloser Himmel entgegen. Positiv überascht packten wir unsere Sachen zusammen, frühstückten und fuhren los in Richtung Marseille. Die erste Stunde waren wir auf der Autobahn unterwegs. Im zweiten Teil wollten wir die Küstenstrasse nehmen, jedoch wurden wir enttäuscht, da die Strasse fast nie wirklich an der Küste entlang führte. Zwischenzeitlich hatten wir auch starken Verkehr und standen auch zeitweise. Schliesslich kamen wir in Six-Four-les-Plages an. Dort fuhren wir mit den Velos an den Strand und der Küste entlang bis ins nächste Dorf, welches einen malerischen Hafen sowie ein herziges Zentrum hatte. Mit dem fixen Plan, dort zu Abend zu essen gingen wir auf Restaurant suche. Dies erwies sich als sehr schwierig, da vieles zu hatte und wir nicht einfach nur Pizza haben wollten. Schliesslich kehrten wir zurück zum Bus und kochten selber, da wir nichts fanden.

Fit erholt stand am nächsten Tag Marseille auf dem Programm. Schnell waren wir über einen Tunnel im Zentrum der Stadt, wo wir sogleich den grossen Hafen begutachten konnten. Denn dafür hatten wir im stockenden und stauenden Verkehr reichlich Zeit. Es ging kaum vorwärts, überall hatte es Baustellen und nirgends hatte es Parkplätze. Bevor wir uns nervten brachen wir deshalb die ganze Aktion ab und kehrten Marseille wieder den Rücken. Unsere weitere Reise führte uns weiter richtung Norden. Die Reise führte uns ins Gebiet und in den Nationalpark rund um den Fluss Verdon. Über eine wunderschöne hochebene, vorbei an Lavendelfelder, Olivenbäumen, roter Erde und weissen Bergen im Hintergrund fuhren wir dahin. Plötzlich zeigten sich eine grosse Schlucht, welche vorher nicht zu erahnen war. Nun waren wir schon fast am Ziel. Auf einem kleinen, gut gepflegten Camping in Moustiers Saint Marie quartierten wir uns für die nächsten zwei Nächte ein. Saint Marie zeigte sich schon bald als eines der angeblich schönsten Dörfchen von Frankreich. Und das können wir nur bestätigen. Ein wirklich sehr malerisches Dörfchen, mit einer kleinen Kapelle oberhalb in der Felswand, kleinen Bächen und alten Brücken ladet es zum flanieren ein. Da es auch sehr touristisch ist, hatten wir keinerlei Probleme ein feines Restaurant zu finden. Da noch nicht Hochsaison ist, waren wir die einzigen Gäste und der Kellner kümmerte sich intensiv um uns. Gerade noch vor dem Regen kamen wir zurück zum Bus. Wieder regnete es die ganze Nacht in strömen, jedoch erwartete uns diesmal kein blauer Himmel am kommenden morgen. Der Regen hatte nachgelassen uns so zogen wir zu Fuss los und erkundeten die Kapelle und die Gegend um das Dorf. Schliesslich gingen wir shoppen, kauften feine Sachen ein, schlenderten am Markt und gingen zurück. Später schwangen wir uns aufs Bike und fuhren zum nahegelgenen See. So ein feuchter, nasser und schlammiger Bikeweg liess auch diesen Ausflug zum Vergnügen werden.

Da es auch am nächsten Tag regnete, beschlossen wir unsere Sachen zusammen zu packen und langsam den Heimweg anzutreten. Doch zuvor wollten wir uns den Nationalpark wenigstens noch von der Strasse her betrachten. Und trotz verhangenem Wetter, Regen und zum Teil Nebel hat sich der Umweg der Verdon entlang gelohnt! Tiefe Schluchten, schöne Landschaft und wunderschöne Aussichten machten Lust auf mehr! Dieses Gebiet muss unbedingt mal wieder besucht und zu Fuss erkundet werden. Absolut empfehlenswert!

Die Rückreise gestaltete sich ruhig und lange. Wir fuhren den ganzen Weg ohne Verkehrsprobleme bis nach Hause.

Viel Spass bei den Fotos!
Nicole und Michi

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