Baltikum I – Polen

Endlich wieder einmal unterwegs – und das bereits seit zwei Wochen. Eigentlich waren wir seit Schottland an anderen Orten mit dem Bus unterwegs (Insel Elba, Korsika, Spanien und Andorra), doch entstanden auf diesen Reisen keine Berichte.
Jetzt sind wir gerade in Litauen am baltischen Meer. In den vergangenen zwei Wochen bis hierhin haben wir schon vieles erlebt.
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Dresden

Angefangen hat unsere Reise mit der Fahrt durch Deutschland in Richtung Polen. Unterwegs machten wir einen Halt in Dresden. Der Beginn unserer Reise war von heissem Wetter begleitet. Dies merkten wir auch deutlich, als wir zu Fuss die schöne Innenstadt erkundet haben. Schon lange freuten wir uns auf ein Eis, welches wir schliesslich in einer gemütlichen Eisdiele genossen.

Anschliessend fuhren wir weiter und kamen gegen Abend in Polen an. Dort fanden wir an einem idyllischen Stausee in der Nähe von Gryfow Slaski einen wunderschönen Campingplatz mit Sandstrand am Wasser.

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Am folgenden Tag genossen wir das schöne Wetter, schnappten unsere Velos und fuhren kurzerhand rund um den See. Teilweise wurde der Weg jedoch so abfallend und steil, dass wir das Velo schieben mussten (nach zwei Stürzen und einigen blauen Flecken).

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Am Abend machten wir noch Bekanntschaft mit einer Polin, welche neben uns zeltete, welche erst kürzlich in Arbon wohnte und arbeitete.
Unsere weitere Reise führte uns im Süden von Polen weiter nach Jelenia Gora, welches bekannt für seine schöne Innenstadt ist. Nach diesem kleinen Stopp ging es auch schon weiter durch das Hinterland bis nach Paczkow, ein Dorf an der tschechischen Grenze. Dort verbrachten wir die Nacht auf einem kleinen Parkplatz am Dorfrand, in mitten von Weizenfeldern.
Am nächsten Tag fuhren wir zu unserem ersten grossen Ziel, nach Krakau. Unterwegs jedoch machten wir noch Halt bei einer eindrücklichen Burg, welche wir per Zufall entdeckten. In Krakau haben wir uns auf dem Campingplatz einquartiert und sind anschliessend mit dem Bus ins Zentrum gefahren.

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Da jedoch die Haltestellen für uns jedoch nicht verständlich angeschrieben waren sind wir ein bisschen zu weit gefahren und mussten wieder zurück gehen. Im Zentrum schliesslich trafen wir Emilia mit ihrer Schwester. Emilia war erst kürzlich bei uns als Couchsurferin mit einer Kollegin zu Gast. Sie führte uns in Krakau herum und erzählte uns viel. Die Stadt hat uns beide sehr beeindruckt mit ihren alten und gut erhaltenen Häusern, Kirchen und Plätzen. Vor allem der riesige zentrale Platz mit der Markthalle war atemberaubend. Auch besuchten wir einen Stadtteil mit vielen kleineren und grösseren Bars und Restaurants, welche eigentlich alle zu einem Besuch einluden. Zum Abendessen genossen wir unsere ersten Pierogis (polnische Teigtaschen). Anschliessend gingen wir noch in eine gemütliche Bar und tranken einige Biere, bevor Emilia und Magda uns noch zur richtigen Bushaltestelle brachten und wir gut zurück zu unserem Campingplatz fanden.
Am nächsten Tag brachen wir bereits bei Zeiten auf und fuhren südlich von Krakau nach Wieliczka und besuchten dort die ehemaligen Salzmienen, welche bis ca. 1960 in Betrieb waren. Eine dreistündige Führung, in der wir nur 1% der ganzen Mienen sahen, führte uns über 150m unter Tag. Die Führung war sehr interessant und vor allem von der Temperatur endlich mal angenehm, da ob der Tag immer noch Temperaturen von über 30°C herrschten.
Nach diesem Abstecher fuhren wir Nahe der Grenze von der Ukraine nach Norden. Bald schon war keine Autobahn mehr vorhanden und wir fuhren über guten Überlandstrassen weiter, durch schöne Dörfer und viel Landwirtschaft. Die Nacht verbrachten wir an einer Tankstelle, wo am Abend schliesslich das lang ersehnte Gewitter kam. Mit vielen Blitzen, Donnern und Regen brachte es eine markante Abkühlung mit sich.
Am nächsten Tag erreichten wir unser nächstes Ziel. Der Nationalpark von Bialowieski, welcher sich über die Grenze bis nach Weissrussland erstreckt. Er ist bekannt für die grösste Fläche von Urwald in Europa und den dort noch in Wildnis lebenden europäischen Bisons, den Wisente. Dort quartierten wir uns auf einem sehr schönen kleinen Campingplatz ein, wo wir von der Besitzerin herzlich begrüsst wurden. Nach einer Erkundung des Dorfes mit dem Fahrrad merkten wir schnell, dass wir hier an einem dem Tourismus verschriebenen Dorf befanden. Wir buchten ebenfalls für übermorgen eine drei Stunden dauernde Führung im nicht frei zugänglichen Teil des Nationalparks.
Am nächsten Tag jedoch packten wir unsere Bikes und den Rucksack und erkundeten den zugänglichen Urwald. Unsere Route führte uns 70km durch die Gegend. Grosse Tiere sahen wir leider keine, jedoch sahen wir einen alten Zug, viele Bäume und konnten kaum eine Pause machen, da sonst die Bremen uns aufgefressen hätten. Am Abend spührten wir unsere Gesässmuskeln, so dass wir den Plan von einem Restaurantbesuch verschieben mussten. Wir gingen früh ins Bett. Dies jedoch auch aus dem Grund, da wir bereits schon um 5.15 Uhr wieder aufstanden. Wir trafen unseren Führer für die Tour um 6 Uhr. Pünktlich trafen wir dort Teodor. Er führte uns nach einer kurzen Autofahrt in den Park. Er erklärte uns sehr viel über die Geschichte des Parks, die Natur und die Pflanzen. Er selber ist hier aufgewachsen und gibt seit 40 Jahren Führungen. So konnte er über sehr viele Veränderungen von einzelnen alten Bäumen berichten und Geschichten erzählen. Wir erfuhren sehr viel über die Vegetation, die verschiedenen Baumgebiete und vor allem über die Bäume selber. Sehr eindrücklich war vor allem das hohe Alter des Baumbestandes und die Höhe der Bäume, welche durch die Dichte des Waldes einfach so hoch wachsen müssen, um an die Sonne zu gelangen. Er hat viele Vergleiche gemacht zwischen einem durchschnittlichen Wirtschaftswald und diesem Urwald.
Trotz unseren anhaltenden Gesässschmerzen packten wir im später nochmals unsere Velos und fuhren in das einige Kilometer entfernte Wildreservoire. Dort konnten wir endlich unsere Wisents, aber auch einen Luchs, Wölfe, Elche und eine Kreuzung zwischen Kuh und Wisent, wie auch Rotwild beobachten. Was wir hier auch deutlich sehen konnten, waren die Schäden eines kürzlichen Unwetters. Viele Bäume waren entwurzelt, teilweise abgebrochen wir Zundhölzer. Die Gehege waren zum Teil stark beschädigt. Auf dem Rückweg besuchten wir noch einen Kraftort in Mitten des Waldes. Am Abend holten wir unseren Restaurantbesuch nach. In einem kleinen Lokal bestellten wir mit Hand und Fuss polnische Spezialitäten und genossen diese. Anschliessend fuhren wir nochmals in Richtung Eingang des Nationalparks, da uns Teodor am morgen sagte, dass dort bei der Dämmerung häufig Wild und Wisents beobachtet werden können. Also sassen wir dort über eine Stunde auf der Lauer, mit Feldstecher und Fotoapparat, bekamen jedoch nur einen Fuchs und einen Hasen zu Gesicht.

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Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Norden und verliessen Polen nach Litauen. Doch dazu mehr in unsere nächsten Bericht.

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