Baltikum II – Litauen

Polen verliessen wir mit wechselhaftem Wetter. Es wechselte sich ständig ab, Sonne, Wolken, Regen usw. Was es eigentlich fast immer machte war, dass es windete. Wir fuhren im Osten von Polen hoch und entschlossen uns einen kleineren Zoll zu nehmen. Kurz vor dem Zoll war die Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt und wir mussten einige Kilometer eine Umleitung nehmen. Diese Strasse erinnerte uns an teilweise rumänische Verhältnisse. Wie einen grossen Flickenteppich, entsprechend sehr holprig.

Schliesslich kamen wir jedoch in Litauen an. Der Zoll ist wie üblich innerhalb der EU eigentlich nicht mehr vorhanden. Eine Tafel machte darauf aufmerksam, dass wir nun die Grenze passiert haben. Ebenfalls hat Litauen seit Jahresbeginn auf den Euro als Landeswährung übernommen. Unser Weg führte uns zu einem kleinen Campingplatz an einem kleinen See. Auffallend war nach dem Grenzübertritt, dass das Land sehr dünn besiedelt ist. Die Strassenqualität nahm ein wenig ab. Die wenigen Häuser waren einfacher als noch in Polen. Der Campingplatz war sehr gepflegt. Wir waren die einzigen Gäste. Zum Campingplatz gehörte auch eine grosses Feriendorf, welches jedoch völlig leer war. Das Einzige was es zu genüge hatte, waren Bremen.
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Am kommenden Tag beschlossen wir die Hauptstadt Vilnius nicht zu Besichtigen. Aber am Rande der Stadt in Trakai ist ein sehr bekanntes Wasserschloss, welches wir anschauen wollten. Als wir in den Ort fuhren merkten wir sehr schnell, dass wir hier ein sehr viel besuchtes Ziel ausgewählt haben. Sehr viele Autos, Cars und Souvenirstände. Das Schloss selber war sehr schön und beinhaltete auch eine grosse Ausstellung und viele Informationen zur Geschichte der Region. An einem Stand deckten wir uns mit Fleisch gefüllten Teigtaschen aus, welche hier überall angeboten wurden und uns an südamerikanische Empanadas erinnerten.

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Wir setzten uns wieder an das Steuer und fuhren weiter nach Kaunas. Endlich wieder einmal Autobahn. Daher war die Strecke in zwei Stunden schon geschafft. Kaunas wird oft auch als die heimliche Hauptstadt von Litauen genannt. Hier leben prozentual am meisten Litauer. Wir checkten auf dem City Campingplatz ein. Nebenan war ein wunderschöner Sandstrand an einem See, jedoch lud das windige frische Wetter nicht zum Baden ein. Dafür nahmen wir uns für den Rest des Tages ein wenig Zeit um wieder mal die Kleider zu waschen.
Am nächsten Tag war der Plan mit dem Velo in die Stadt zu fahren. Ein guter Radweg am Fluss entlang sollte uns direkt in die Innenstadt führen. Jedoch wurde dieses Vorhaben durch einen plötzlichen Platten und gerissenem Pneu (von Michi) nach ca. 3 Kilometer gestoppt. Aus diesem Grund ging es erstmals zu Fuss zurück zum Start und dann mit dem Bus ins Zentrum. Dort suchten wir die Touristeninformation auf und fragten nach einem Fahrradgeschäft. Nach einem kurzen Stirnrunzeln über unsere Frage nahm sie den Stadtplan zur Hand und machte zwei Kreuze darauf. Wir bedankten uns und gingen zu Fuss durch die Innenstadt in Richtung zum ersten Kreuz.

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Das Zentrum besteht vor allem aus einer grossen Einkaufsstrasse. Teilweise sehr schöne und gut erhaltene Gebäude wechselten sich mit baufälligen Bauten ab. Der Eindruck von der Stadt allgemein war sehr zwiespältig. Überall hatten wir das Gefühl, fehlt es am Geld. Sei es bei den Strassen, welche häufig nur notdürftig repariert werden den Gebäuden aber auch beim ÖV. Schliesslich kamen wir zum Fahradgeschäft. Es war genau das, was wir gesucht haben. Schnell fanden wir einen passenden neuen Pneu. Der Verkäufer in dem kleinen Laden sprach auch nur ein paar Worte Englisch, freute sich aber sichtlich über unseren Besuch und erkundigte sich auch, woher wir kommen, über die Sprachen in der Schweiz. Zurück auf dem Campingplatz reparierte ich mein Hinterrad und wir testeten dieses noch kurz mit einer kleinen Rundfahrt am See.

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Am nächsten Morgen machten wir uns auf in ein grosses Shoppingcenter, welches wir bei der Hinfahrt an der Autobahn sahen. Wir wollten uns auf die Suche machen nach neuen Stühlen, da einer leicht defekt ist. Wir haben die Masse genommen, damit sie sicher auch in den passenden Verladeraum passen. Schliesslich wurden wir nach einigem Suchen fündig und vor allem auch einig. Doch dann durchkreuzte der Verkäufer unsere Idee damit, dass die ausgewählten Stühle nicht einzeln sondern nur im Set mit Tisch gekauft werden können. Frustriert gingen wir unvollendeter Dinge wieder und fuhren halt ohne neue Stühle weiter an die Ostsee.
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Zehn Kilometer nördlich von Klaipeda quartierten wir uns wieder auf einem kleinen Campingplatz ein. Dieser war 5 Gehminuten vom Meer entfernt an einem wunderschönen Sandstrand. Das Wasser war mit 16°C eher frisch, hielt Michi jedoch nicht davon ab, baden zu gehen.
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Am Abend kamen wir mit zwei älteren deutschen Herren ins Gespräch, welche uns noch zu einem Bier und Whiskey einluden. Wir plauderten viel und lange. Der Abend wurde sehr frisch und wir sassen mit Wolldecken bis um 0:30 Uhr mit den beiden draussen. Als wir schliesslich in den Bus stiegen zeigte das Thermometer im Inneren noch 13.5°C an. Draussen musste es entsprechend noch kälter gewesen sein. Daher stellte wir die Heizung ein. Trotzdem kam Nicole beinahe ums leben, da sie wie ein Schlosshund gefrohren hat.
Die Kälte der Nacht vertrieben wir uns mit einer langen Velotour. Wir fuhren auf einem schönen Radweg (Euroradweg 10) nach Klaipeda und setzten mit der Fähre auf die Halbinsel über (Kurische Nehrung). Die Fähre war zum rammeln voll.
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Es war Sonntag und der erste wirklich schöne Tag nach einigen sehr wechselhaften. Das ganze Volk war unterwegs. Kein Wunder, den die Insel verfügt über 50km (auf Litauischer Seite) Sandstrand der besten Qualität. Wir radelten also ein Stück auf dieser Insel, kehrten irgendwann um und hielten bei einem Restaurant. Dort tranken wir gemütlich was und nahmen einen Happen zu uns.
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Die Reise ging am nächsten Tag weiter. Wir fuhren der Küsten entlang weiter gegen Norden und verliessen Litauen.

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