Baltikum III – Lettland

Unsere Reise in Lettland beginnt an der Ostsee. Wir fuhren der Küste entlang hoch. Doch wir brauchten lange. Den es gab eine grosse Baustelle an der Anderen. Immer wieder wurde der Verkehr einspurig geführt und wir mussten an einer Ampel warten. Dies über viele Kilometer. Irgendwann kam die Erlösung, als unser TomTom uns schliesslich nach rechts abbiegen liess. Doch schon bald merkten wir, dass dies nicht nur eine Erleichterung war. Die Strasse war plötzlich nicht mehr befestigt. So ging es also zum ersten Mal auf dieser Reise auf einer unbefestigten Strasse weiter. Teilweise war sie sehr gut, teilweise hatte sie jedoch sehr holprige Stellen. Was sie auf jeden Fall immer war, sie war staubig. Nach gut 15km wechselten wir schliesslich wieder auf Asphalt. Später stellten wir fest, dass in Lettland noch sehr viele Strassen, sobald man die Hauptstrassen verlässt, unbefestigt sind. In Jurkalne machten wir einen kurzen Stopp. Hier gibt es die höchste Steilküste von Lettland. 20m hoch. Wir kehrten in ein gemütliches, eher nobles Restaurant ein und assen etwas kleines. Nicole nahm einen Meeresfrüchtesalat und Michi genoss einen lettischen Gerstenauflauf mit Speck. Gestärkt machten wir einen kleinen Spaziergang zu den Klippen.
Wir fuhren weiter. Die ganze Küste ist dünn besiedelt. Kleine Dörfchen, bessere Häuseransammlungen, mehr bekamen wir nicht zu gesicht. Die einzige grössere Stadt, durch welche wir fuhren war Ventspils. Diese sticht vor allem durch super Strassen, viele schön gestaltete Plätze und Blumenschmuck auf. Die Stadt verfügt über eine grosse Einnahmequelle: Russland verladet hier sehr viel Erdöl auf Schiffe. Schliesslich kamen wir an unserem ersten Ziel an. Wir haben uns für einen Campingplatz in Liepene entschieden. Dort verbrachten wir zwei Nächte. Auch dieser Campinplatz war Nahe am Meer, aber sonst war weit und breit nichts. Am nächsten Tag schnappten wir unsere Bikes und fuhren Richtung Norden. Da wir nicht auf der Hauptstrasse fahren wollten, suchten wir uns einen Weg durch die Wälder neben der Strasse. Schliesslich fuhren wir auf diversen Forstwegen, welche mehr oder weniger gut geräumt waren. Immer wieder gab es Passagen, welche so sandig waren, dass wir kaum mehr fahren konnten. Die Strasse ging auch kaum gerade aus, sondern war sehr hügelig, es ging hoch und runter. Nach rund 10km auf solchen Wegen kamen wir zum ersten Ziel. wpid-dsc00544.jpgDer älteste Leuchtturm von Lettland. Neben dem Leuchtturm gab es ein kleines Museum mit alten Gerätschaften und Bojen. Vom Leuchtturm aus (38m) hatte man einen tollen Überblick über die Gegend. Man sah jedoch nur drei verschiedene Dinge: Auf einer Seite das Meer, auf der anderen Seite Bäume und oben der Himmel.

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Ebenfalls suchten wir neben dem Leuchtturm erfolgreich einen Geocache. Nach dieser Besichtigung radelten wir weiter nach Norden. Ziel war ein grosses Radioteleskop aus der Sowjetzeit. Als wir von der Hauptstrasse abbogen fuhren wir zuerst durch eine verlassene kleine Geisterortschaft.

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Das Radioteleskop konnten wir leider nicht besichtigen, da es gerade restauriert wird. Es hat einen Durchmesser von knapp 40m,was sehr imposant ist. Rundherum hatte es ebenfalls verlassene Militäranlagen.
Auf dem Campingplatz kamen wir mit unseren deutschen Nachbarn ins Gespräch. Sie deckten uns mit Tipps für Riga und Fahrradkarten ein, welche sie nicht mehr brauchten. Das Abendessen genossen wir auf dem Campingrestaurant. Restaurant ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Auf Vorbestellung kocht die Campingplatzchefin ein Abendessen. Dieses war sehr lecker und wir beschlossen, gleich auch am nächsten Tag das Morgenessen zu bestellen.
Nach einem leckeren Morgenessen mit Käsebroten und einem dicken Omelette fuhren wir weiter nach Norden. Schliesslich fuhren wir bei Kolka vorbei, wo die Ostsee in die Rigabucht wechselt. Weiter der Küste nach fuhren wir noch einige Kilometer nach Roja. Dort fanden wir am Meer einen schönen Platz, wo wir uns einen gemütlichen Tag machten und auch die Nacht verbrachten.
Am kommenden Tag fuhren wir nach Riga, in die Hauptstadt von Lettland. In Riga quartierten wir uns auf dem Citycamping ein, welcher auf der Halbinsel Kipsala ist. Ins Zentrum sind es von da aus ca. 3km. Nach dem Einrichten brachen wir doch auch schon mit dem Velo auf und fuhren ins Zentrum. Von den Deutschen vom letzten Campingplatz bekamen wir den Tipp, eine Stadtführung auf dem Fahrrad zu machen. Dies wollten wir doch auch schon gleich organisieren und suchten den Anbieter. Da wir am liebsten eine Führung auf Deutsch gehabt hätten, konnte uns die Frau nicht gerade eine Tour bestätigen. Sie versprach uns jedoch sich noch per SMS zu melden. Anschliessend gingen wir in das Belagerungsmuseum, wo die Belagerungen Lettlands nach dem ersten Weltkrieg, durch die Nazis und durch die Sowjets gezeigt und beschrieben wird. Im Anschluss fuhren wir zum Markt. In fünf grossen Zeppelinhallen und rundherum gibt es einen riesigen Markt hier in Riga. Dieser Markt erinnerte mich ein wenig an die grossen Märkte in Südamerika, nicht ganz so laut, aber ebenso spannend. Wir kauften uns ein wenig Fisch für das Abendessen und geräuchrten Fisch für zwischendurch ein. Ebenfalls fand Michi einen schönen Emailleteekrug.

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Am nächsten Tag erhielten wir von der Fahrradtour die Info, dass keine deutsche Tour angeboten werden kann. Wir fuhren daher mit unseren Rädern ins Zentrum zu einem zweiten Anbieter. Auch dieser bot keine Tour auf Deutsch an, machte aber einen sehr tollen Eindruck. Aus diesem Grund sagten wir zu, eine Stunde später an der Tour mitzumachen. Die Tour ging über 2,5h und führte uns vor allem in Quartiere ausserhalb des Zentrums. Der Führer war super, erzählte viel von Riga, den verschiedenen Quartieren. Am Abend gingen wir zu Fuss nochmals in die Stadt. Wir wollten fein zu Abendessen und ein wenig die Kneipen abklappern. Beide Ziele haben wir erfolgreich erreicht.
Am kommenden Tag widmeten wir uns nochmals dem Campingstuhlprojekt. An der Reception des Campingplatzes gab man uns den Tipp, in einen Jysk zu gehen. Mehr wisse er nicht. Obwohl wir ja auch schon in Litauen im Jysk waren, versuchten wir es nochmals. Und Tatsache, nach genauem Messen fanden wir die perfekten Stühle. Eigentlich hatten wir diese bereits in Litauen angeschaut, hatten dort jedoch das Gefühl, sie passen nicht in den Bus. Neu ausgerüstet und voller Freude ging unsere Reise weiter in die Nähe von Cesis.

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Dieser Camping hier lag in einem Naturschutzgebiet und wurde uns auch von den Deutschen empfohlen. Und dies nicht zu unrecht. Ein sehr schöner Platz mit wunderbarer Bademöglichkeit direkt an einem See. Da die Distanz bis hierhin nicht weit war, konnten wir den Nachmittag und Abend hier so richtig geniessen. In der Nacht kam dann jedoch ein Gewitter und es regnete heftig. Auch am Morgen ging es so weiter. Daher entschlossen wir uns wieder zu packen und diesen Regentag für die Weiterreise zu nutzen. Wir fuhren Richtung Nordosten, wo wir nahe der russischen Grenze Lettland verliessen und nach Estland weiter fuhren.

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