Baltikum IV – Estland

Wir reisten im wenigsten besiedelten Teil von Estland ein – im Südosten in der Nähe der Stadt Voru. Südlich von dieser befindet sich mit 318m über Meer der zweithöchste Berg von Estland, der Suur Munamägi. Wir beschlossen kurzerhand, dass wir die aufkommende Wetterverbesserung nutzen wollen und doch gleich diesen Gipfel erklimmen möchten.

 

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Wir fanden auch einen Parkplatz mit Übersichtskarte und Weg zum Gipfel. Sogleich montierten wir zum ersten Mal unsere Wanderschuhe und brachen auf. Der Weg führte uns über Waldsträsschen zu einer nächsten Infotafel, wo sich der Weg verzweigte. Und hier muss unser Fehlentscheidung gefallen sein. Wir nahmen den Weg rechts. Immer wieder sahen wir markierte Pfosten und Wegweiser mit der Farbe des Weges von der Tafel. Irgendwann war es aber nicht mehr so klar und wir liefen den logischen Weg weiter. Naja, lange Rede kurzer Sinn. Anstatt der vielleicht knapp 3,5km Rundwanderung waren wir 10km unterwegs und waren schliesslich auf einer höheren Stelle mitten im Wald. Ob dies nun wirklich der Gipfel war, naja, wir wissen es nicht genau. Anschliessend übernachteten wir in einem Grenzdörfchen zu Russland in Vana.

Am kommenden Tag fuhren wir weiter in die Universitätsstadt Tartu. Ein sehr schönes Städtchen, welches mit 100’000 Einwohner die zweitgrösste Stadt des Landes sein soll. Am Zentrum und der Umgebung ist dies nicht zu erkennen. Im ganzen Zentrum gibt es keine hohen Gebäude. Höchstens 3-4 Stockwerke, viele Holzbauten, ein sehr schönes Zentrum mit Park und Fluss, ruhigen und kleinen Strassen. Das grösste Gebäude welches wir sahen war die Universität. In einem Strassenrestaurant assen wir etwas kleines, bevor wir weiter fuhren.
Unsere Fahrt ging an der Grenze zu Russland weiter nach Norden. Wir fuhren am fünftgrössten See von Europa, welcher die Grenze von Russland und Estland darstellt hoch. Im Norden des Peipus-Sees in der Ortschaft Kauksi machten wir Halt. Hier hat der See, welcher weiter südlich vor allem mit Schilf bewachsene Ufer hat, riesige Sandstrände. Der See ist 8x grösser als der Bodensee, bis zu 50km breit und 150km lang. Da er sehr flach ist, erwärmt er sich im Sommer stark und im Winter friert er regelmässig zu. Wir genossen hier einen ruhigen Abend mit schwimmen.

Am kommenden Morgen machten wir uns nach dem Morgenschwumm weiter Richtung Norden auf den Weg. Wir landeten in Toila am Meer auf einem Campingplatz, welcher zum nebenan liegenden Spa-Hotel gehörte. Der Campingplatz war sehr gepflegt und gleich hinter ihm ging es rund 20m weit ans Meer runter. Wir nutzten natürlich auch die Möglichkeiten des Hotels und gönnten uns je eine Massage. Auch besass das Hotel einen Minigolfplatz, welchen wir nutzten. Am nächsten Tag fuhren wir wieder einmal mit den Fahrrädern in der Gegend herum. Schliesslich gab es ja auch hier noch in nächster Nähe einige Sachen zum betrachten. Daher fuhren wir etwas mehr als 10km an der Küste entlang, um den höchsten Wasserfall des Landes zu bewundern. Die Klippe von 28m Höhe war eindrücklich, doch Wasser führte er im Moment keines…

wpid-dsc00714.jpgNaja, da wir das auch gelesen hatten, dass dies im Sommer der Fall sein kann, haben wir uns vorsorglich noch einen Geocache vorgemerkt, welchen wir suchen wollten. Doch das Rätsel dahinter war zu schwierig. Den Cache fanden wir nicht. Jedoch fand Nicole im wühlen am Boden plötzlich eine Schlange, welche sie ziemlich angespannt anschaute. Als Belohnung unserer Mühe gingen wir am Abend wieder einmal auswärts essen.

Die Reise ging weiter der Küste entlang Richtung Tallinn. In Vosu machten wir den nächsten Stopp. In einer kleinen Bucht am Meer gelegen befindet sich die Ortschaft in einem Naturschutzgebiet. Auf der Fahrt stellten wir fest, dass unser Bus immer lauter wurde. Auf dem Camping und einen Blick unter das Auto zeigte sehr schnell, wo die Ursache des plötzlich sehr sportlichen Sounds lag. Unser Auspuff ist an einer Stelle durchgerostet und hat sich ein wenig verkürzt. Naja die ganze Sache ist nicht weiter tragisch, jedoch mussten wir da etwas unternehmen, den so konnten wir uns auf die Dauer keine weitere Reise vorstellen. Da Donnerstag war beschlossen wir noch vor dem Wochenende dieses Problem anzugehen.

wpid-dsc00771.jpgDaher packen wir bereits am nächsten Morgen wieder zusammen und fuhren nach Tallinn. Am Stadtrand fuhren wir die erstbeste Autogarage an. Dort wurde uns leider mitgeteilt, dass sie heute leider keine Zeit mehr hätten. Doch freundlicherweise hat er uns eine Adresse einer Fiatvertretung rausgesucht, welche wir als nächstes anfuhren. Der dortige Händler schaute sich kurz das Problem an und erklärte uns den Weg zu einem weiteren Mechaniker, welcher nur Rohre repariert. Auch diesen Fachmann haben wir gefunden. Einen Spezialist nur für Auspuffe – perfekt! Kurz auf den Lift, das Problem lokalisiert, im Katalog den Preis für das entsprechende Rohr nachgeschlagen, mit Arbeit 73 Euro, einen kurzen Spaziergang um den Block und erledigt. Der Chef hatte grosse Freude am Besuch aus der Schweiz und wir am schnellen Service.
wpid-dsc00751.jpgEin wenig ausserhalb von Tallinn richteten wir uns auf einem sehr neuen Campingplatz ein und verbrachten den Nachmittag hier. Am kommenden Tag liefen wir in 10min zum hiesigen Bahnhof, wo uns ein neuer Stadlerzug in knapp 30min ins Zentrum von Tallinn brachte. Eine sehr schöne Altstadt erwartete und hier mit vielen Gässchen und vielen schönen Gebäuden. Wir besuchten die grosse orthodoxe Kirche, nahmen in einem russischen Restaurant einen Apero, schlenderten am Hafen herum und gingen schliesslich fein essen. Anschliessend landeten wir einem irischen Pub wo wir noch etwas tranken, bevor wir uns auf den Rückweg machten.
wpid-dsc00813.jpgUnser nächstes Ziel war die Insel Saaremaa. Auf dem Weg dorthin machten wir jedoch noch halt in Haapsula. Ein kleines Städtchen, welches in neuer Zeit als Wellnessort bekannt wurde. Das Städtchen mit einer alten Burgmauer ist auf einer Landzunge gebaut. Egal in welche Richtung man geht, man ist sehr schnell wieder am Wasser. Der Ort ist sehr schön und mit viel Charme gestaltet. Nach einer kurzen weiteren Fahrt nahmen wir die Fähre auf die Insel Muhu. Die Überfahrt dauerte knapp dreissig Minuten. Wir durchquerten rasch diese Insel und fuhren über eine Landverbindung weiter auf die Insel Saaremaa. Auch diese Insel durchquerten wir erstmals fast gänzlich bis wir auf dem südöstlichen Zipfel ankamen. wpid-dsc00827.jpgDort fanden wir neben der Strasse einen sehr abgeschiedenen und wunderschönen Platz am Meer für die kommende Nacht.

wpid-dsc00880.jpgDer nächste Tag führte uns über staubige unbefestigte Strassen in den Westen der Insel. Wir hatten gelesen, dass es möglich sei zu Fuss auf die westlich liegende Insel Vilsandi zu gelangen. Nach einem kurzen Check an der Touristeninformation brachen wir auf diesen Weg auf. wpid-dsc00869.jpg Über einen Weg, welcher über ca. 20 kleine Inseln führt, an der tiefsten Stelle ca. 1m Tief ist kann der Weg in ca. 1.5h gemacht werden. Die Wanderung war wirklich toll! Die Inseln hatten teilweise stoppeliges Gras, kleine Bäume oder waren mit Schilf bewachsen. wpid-dsc00872.jpgDie Wasserstellen waren zum Teil klares Meerwasser, teilweise eher sumpfige und abgestandene Kloaken zwischen den Schilfgürteln. Die gute dreistündige Wanderung hin und zurück war auf jeden Fall strenger als Gedacht. Am Abend übernachteten wir an einem See und merkten da, wie das Waten im Wasser andere Muskeln braucht.
Am nächsten Tag ging unsere Zeit in Estland zu Ende. Wir verliessen die Insel und fuhren der Küste entlang nach Lettland.

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